AJGR

Jagdgegner:
Eure Schonzeit ist vorbei

Warum Jagd?

Die meisten Jagdgegner beschränken ihre jagdfeindliche Argumentation darauf, Unfälle mit Jagdwaffen aufzulisten. Einige gehen jedoch darüber hinaus und stellen gewagte Behauptungen auf. Die wichtigsten sollen hier kritisch geprüft werden:


Behauptung 1: Jagd ist unnötig, weil sich alles von selbst reguliert.

Realität: Jagd ist notwendig, denn wir haben keine Naturlandschaft mehr, in der die Selbstregulation funktioniert, weil

  • in der von wirtschaftenden, erholungssuchenden und Sport treibenden Menschen beeinträchtigten Natur zahlreiche Tierarten bedroht sind, andere überhand nehmen und erhebliche Schäden verursachen können.
  • der Jäger eine viel größere Zahl von Tierarten hegt und schützt als bejagt und somit besonders den Wildtier- und Artenschutz fördert.
  • in unserer heutigen Kulturlandschaft zur Jagd untrennbar die Erhaltung und Verbesserung der Lebensräume aller freilebenden Tiere durch die Jäger gehören.
  • der jagdgegnerische Wunschtraum nach einer "inneren" Geburtenanpassung der Wildtiere an eine wirtschaftlich und zivilisatorisch genutzte Naturlandschaft nachweislich nicht funktioniert.


Behauptung 2: Jagd und Hege sind nicht mehr zeitgemäß. Auf Lebewesen zu schießen und Tiere zu töten, ist moralisch nicht zu vertreten.

Realität: Jagd und Hege sichern in der Kulturlandschaft die Lebensgrundlage der freilebenden Tierwelt und ermöglichen die nachhaltige Nutzung einer natürlichen Ressource. Sie sind daher auch künftig unverzichtbar. Es gilt, dass

  • sich die Jäger ihrer Hegeverpflichtung bewusst sind und durch ihre flächendeckende Organisation auch ideale Partner für die ganzheitliche Umsetzung hegerischer Maßnahmen darstellen.
  • mit der Hege nicht beabsichtigt wird, einen möglichst hohen Wildbestand zur intensiven Bejagung zu schaffen. Es gibt keine Unterscheidung der Wildarten in "nützlich" oder "schädlich", jagdlich "interessant" oder "uninteressant". Hege schließt auch die Abwehr von Gefahren für das Wild ein.
  • die Nutzung gesunden Wildfleisches als Naturgut auch heute ihren festen Stellenwert hat und dafür die Tötung eines Tieres erforderlich ist.


Behauptung 3: Jäger töten nur aus Lust und ignorieren Tierschutzaspekte.

Realität: Tierschutz ist Grundvoraussetzung verantwortungsvoller Jagdausübung. Die Ansprüche des Tierschutzes sind für die übergroße Mehrheit der Jäger ein elementarer Aspekt ihrer Tätigkeit. Daher sind sie in den allgemeinen Grundsätzen deutscher Weidgerechtigkeit enthalten. Denn

  • Jagd ist viel mehr als töten. Den Sekunden des Erlegens eines Wildtieres stehen Tage und Wochen des Genießens der Natur gegenüber. Im Vordergrund steht die feste Verbundenheit zur vertrauten Natur und Tierwelt.
  • kein Jäger tötet ein Tier ohne vernünftigen Grund.
  • der Jäger ist auf Grund seiner Ausbildung und staatlichen Prüfung in der Lage, das Wild so zu erlegen, dass ihm Schmerzen und Leiden erspart bleiben.
  • eine verantwortungsvolle Wildbewirtschaftung beruht auf dem Prinzip "Regulation und Ernte". Das Töten einzelner Tiere steht der Arterhaltung nicht entgegen.


Behauptung 4: Niemand kontrolliert die Jäger. Jäger können in ihrem Revier tun und lassen, was sie wollen.

Realität: Die Jagd ist gesetzlich geregelt. Verstöße werden gerichtlich und vereinsrechtlich geahndet, da

  • nur derjenige jagen darf, der die umfangreiche Jägerprüfung bestanden hat und eine besondere Zuverlässigkeit besitzt. Erforderlich sind darüber hinaus der behördlich vorgeschriebene Jagdschein und die Jagderlaubnis.
  • Vorschriften detailliert regeln, was Jäger tun und lassen müssen, wann, wo und wie gejagt werden darf oder muss. Deshalb sind Verstöße klar feststellbar.
  • sich die Jägerschaft in Zukunft noch wesentlich stärker von Jägern distanzieren muss und wird, die sich ihrer Verantwortung für den Tierschutz, den Schutz des Wildes und der rücksichtsvollen Jagdausübung nicht voll bewusst sind.


Behauptung 5: Jagen ist ein Privileg reicher Leute.

Realität: Prinzipiell kommen die Jäger aus allen Einkommens- und Berufsschichten, weil

  • jeder Jäger werden kann, der die erforderlichen Qualifikationen nachweist, und weil auch derjenige eine Jagdmöglichkeit bekommen kann, der kein eigenes Revier besitzt oder gepachtet hat.
  • die Mehrheit der Jägerschaft Jagd nicht als Prestigeobjekt betrachtet, sondern als Verwirklichung ihrer Interessen.
  • viele Jäger in Deutschland mit großer Sorge sehen, wie in der Tat hohe Pachtpreise zunehmend die Vergabe von Jagdmöglichkeiten bestimmen.


Behauptung 6: Jäger betreiben nur Trophäenkult. Als Hobby-Schützen reisen sie um die Welt, um starke Trophäenträger zu schießen.

Realität: Das Wort "Trophäenkult" ist ein Schlagwort, das auf die Jagd in der Bundesrepublik Deutschland nicht mehr zutrifft, weil

  • eine "Trophäe" heute nicht mehr als "Siegeszeichen" oder Statussymbol gilt, sondern vom überwiegenden Teil der Jägerschaft als Erinnerungsstück an ein besonderes Jagderlebnis geschätzt wird.
  • die Trophäe für den Fachmann wichtige Informationen über den Wildbestand liefert. Sie hat daher nach wie vor ihre Bedeutung und wird auf Hegeschauen gezeigt.
  • Die Jäger ihr Fachwissen, Können und Interesse auch mit Freunden in anderen Ländern teilen und vielfachen Austausch pflegen. In der Tat sehen dabei viele Jäger und Naturschützer einen reinen finanziell aufgewogenen Abschuß von Trophäenträgern in sensiblen Gebieten dieses Globus sehr kritisch.


Behauptung 7: Wildschäden werden vor allem durch Jagd verursacht, da die Tiere unnötig aufgescheucht werden und sich aufgrund von Wildfütterungen vermehren

Realität: Die Fütterung des Wildes ist nur dann erlaubt, wenn natürliche Äsung nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung steht. Diese Aufgabe des Jägers in Notzeiten ist gesetzlich streng geregelt, denn

  • Hegemaßnahmen dienen der Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes.
  • ausgeräumte Feldfluren bieten dem Wild im Herbst und Winter keine Deckung und kaum Nahrung. Deshalb ist das Bereitstellen artgerechter Äsung notwendig.
  • die Beunruhigung von Wild ist durch eine verantwortungsvolle Jagdausübung geradezu bedeutungslos gegenüber den ständigen Störungen durch andere Bedürfnisse unserer Zivilisationsgesellschaft.


Behauptung 8: Die Jäger schießen zu wenig und das Wild frisst unsere Wälder auf.

Realität: Entsprechend den Wildvorkommen werden Abschusspläne erstellt, die von der Behörde bestätigt oder festgesetzt werden und erfüllt werden müssen, weil

  • sich in unserer Kulturlandschaft die frei lebende Tierwelt naturgemäß in einer Konkurrenzsituation zur Land- und Forstwirtschaft befindet. Dennoch hat das Wild ausreichend Raum, sein natürliches Recht auf entsprechende äsung in Anspruch zu nehmen.
  • Wildschäden ohne vorbeugende Maßnahmen erhebliche Auswirkungen haben können. Sie dürfen nicht bagatellisiert werden. Daher haben Landwirte und Jäger bei funktionierender Zusammenarbeit größtes Interesse, die Abschusspläne zu erfüllen. Auch darf der Verbiss von Kulturpflanzen das zumutbare Maß nicht übersteigen.


Behauptung 9: Die Jäger übernutzen die Wildbestände ohne Rücksicht auf bedrohte Tierarten.

Realität: Die Jäger haben Interesse an einer langfristigen Nutzung des Wildes. Seit es moderne Jagdgesetze gibt, ist bei uns keine Tierart, die diesen Gesetzen unterliegt, ausgerottet worden. Dagegen wird die Liste der bedrohten, nicht jagdbaren Tierarten immer länger. Das zeigt, dass

  • sich die Jäger der Tatsache bewusst sind, dass Schutz- und Nutzfunktionen untrennbar miteinander verbunden sind. Lange Pachtzeiten können das Interesse an der Erhaltung des Wildbestandes und der dauerhaften Nutzung der Jagd weiter steigern.
  • sich die Einstellung zum Tier im Vergleich zur Vergangenheit grundsätzlich gewandelt hat. Heute gilt keine Tierart mehr als "böse", "nutzlos" oder als zu vernichtende Schädlinge.
  • das Bejagen einer Wildart niemals den Zweck verfolgt, diese auszurotten. Seltene oder selten gewordene Tierarten werden nicht bejagt.


Behauptung 10: Jagd hat nichts mit Naturschutz, sondern mit Beutemachen der Jäger zu tun.

Realität: Die jagdliche nachhaltige Nutzung schließt die Verantwortung für die gesamte freilebende Tier- und Pflanzenwelt ein. Die Jagd mit ihrer Hegepflicht dient dem Biotop- und Artenschutz insgesamt und ist damit angewandter Naturschutz. Schließlich

  • haben die meisten Jäger durch ihr großes Interesse an Natur und Umwelt zur Jagd gefunden und erwerben weit über ihre Ausbildung hinaus profunde naturkundliche Kenntnisse.
  • fühlen sich die Jäger nicht nur dem gesetzlichen Hegeauftrag verpflichtet, sondern sind überzeugt von der Notwendigkeit der Erhaltung unserer Natur sind.
  • ist der Schutz der Natur und der wildlebenden Tiere oberste Aufgabe der Jäger. Der DJV gehört deshalb zu den staatlich anerkannten Naturschutzverbänden. Er ist ferner der größte und der einzige Verband, der aufgrund seiner Organisation flächendeckend arbeiten kann.


Behauptung 11: Wer die Natur nutzen will, kann sie nicht schützen. Nutzen und Schützen schließen sich aus.

Realität: Jeder Mensch ist "Nutzer" der Natur. Notwendiger Schutz und nachhaltige Nutzung des Wildes sind untrennbar verbunden. über Art und Umfang des jagdlichen Eingriffs wird im Rahmen der Jagdgesetze entschieden. Es gilt, dass

  • Nutzen und Schützen einander nicht ausschließen müssen, sonder ergänzen können. Die Möglichkeit sinnvoller Nutzung ist oft die beste Motivation für nachhaltigen Schutz.
  • Arterhaltung heute zu den Grundprinzipien des Jagens gehört. Damit ist die Jagd wichtiger Faktor für die langfristige Pflege und Erhaltung der Natur.
  • die Aufgaben der Jagd wie der Land- und Forstwirtschaft langfristig und auf Dauerhaftigkeit angelegt sind (Prinzip der Nachhaltigkeit). Damit ist der Schutz der Natur gewährleistet.
  • die Jäger die Wildbestände pfleglich, gewissenhaft und mit fachlichem Können nutzen.


Behauptung 12: Jagd nützt nur den Jägern. Die Allgemeinheit hat keinen Nutzen von der Jagd.

Realität: Die Jäger tragen wesentlich zum Erhalt von Lebensräumen bei. Dies kommt auch der Allgemeinheit zugute. Darüber hinaus ist die Jagd ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der weit über die jagdlichen Kreise hinaus wirkt, weil

  • die Jäger für einen artenreichen und gesunden Wildbestand sorgen. An dem vielfältigen Wildvorkommen in unserem Lande kann sich die gesamte Bevölkerung erfreuen.
  • die Ausgaben für die Jagd in vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen Einkommen schaffen. Außerdem ist Wildbret auch für Nichtjäger ein hochwertiges und geschätztes Nahrungsmittel.
  • die erheblichen personellen und finanziellen Mittel, die die Jäger in den Naturschutz investieren, der Allgemeinheit zugute kommen.


Behauptung 13: Die Jäger hängen zu sehr an ihrem Brauchtum. Jagdbräuche und Jägersprache haben sich überholt und sind deshalb unzeitgemäß.

Realität: In allen Interessengebieten, so auch bei der Jagd, gibt es eine Fachsprache. Sie dient der Verständigung untereinander. Jägersprache und jagdliche Bräuche haben auch heute noch bei der Jagd ihren Sinn, denn

  • die Fachausdrücke der Jäger sind im Laufe von Jahrhunderten entstanden und zeigen so einen Teil unserer kulturellen Entwicklung auf. Dies ist zu erhalten und fortzuführen.
  • das jagdliche Brauchtum gibt bei der praktischen Jagdausübung bewährte Hilfe und gewährleistet den ordnungsgemäßen Ablauf der Jagd. Auch aus Sicherheitsgründen kann hierauf nicht verzichtet werden.
  • die Jäger bezeugen mit vielen Bräuchen auch ihre Ehrfurcht vor dem Wild.


In die vorliegende Betrachtung sind zahlreiche Äußerungen jagdgegnerischer Homepages eingeflossen (u.a. Initiative zur Abschaffung der Jagd, Tierschutzpartei.de, wasjaegerverschweigen.de), aber auch die Thesen der Broschüre "Jagd heute - Behauptungen und Tatsachen" des DJV.